Seit Januar bin ich mit Mitglied in einem Ensemble! Und zwar in diesem hier: Ensemble KusKus. Es gibt Zeugen für den Quiek- und Freudeanfall, den die Aufnahme ausgelöst hat. ;-)
Wir trainieren einmal im Monat und im Moment nutze ich die Nacharbeitung der alten Choreographie um den Sterbenden Cato und andere Schrecklichkeiten zu prokrastinieren. Neben der bestehenden Choero aus klassischen orientalischen und Bollywood-Elementen arbeiten wir grade auch an etwas… Unkonventionellem… wird verraten, wenns fertig ist. :-D
Nachdem ich die letzten Tage im wahrsten Sinne ödipal (ha! Bildungsbürgertum, erwache!) verbracht habe, kann ich übermorgen hoffentlich wieder lostanzen und dann ab dieser Woche auch am ersten Unisportkurs teilnehmen, der mal *nicht* mitten am Tag stattfindet. was die Chancen erheblich steigert, dass ich ihn öfter als 4 oder 5 mal besuchen werde.
Wenn ich so zurückblicke - ich tanze jetzt seit circa 10 Monaten und es macht immernoch so viel Spaß, vielmehr, die Freude daran steigt konstant. Und wenn ich reflektiere, was ich in der Zeit alles gelernt hab, bin ich bei aller Selbstkritik auch ein kleines bisschen stolz auf mich.
Bis ich 14 war, habe ich Ballett gemacht. Zum Schluss, kurz bevor ich wegen der Überschneidung von Schulsport und Trainingsstunde aufhören musste, hat die Ballettschule die Leitung gewechselt. Statt des bösen und gefürchteten Drachen in Person der Oberballettmeisterin nach guter Royal Academy of Dancing Manier übernahm ihr Sohn (!) mit seiner Frau die Schule. Und fing an, neue, tolle, kreative Sachen mit uns zu machen.
Dieses Stück (Einbettung war leider deaktiviert) hier war das letzte, auf das wir getanzt haben, bevor ich gehen musste, bei der Aufführung konnte ich leider nicht mehr dabei sein. :-( Ich hatte es seit damals auf Kassette hier rumfliegen, ohne Titel, ohne Interpret… und jetzt hab ichs endlich gefunden! Irgendwann werd ich dazu noch tanzen, das schwör ich mir…
Jaja, ich weiß. Sträfliche Vernachlässigung. Wie man am ernüchterten Layout erkennt, hat mir der Glitzerkram nicht mehr gefallen.
Ich überlege schon seit einiger Zeit an einem Relaunch mit einen neuen Konzept endlich mal mit Konzept. Mal schauen, was es wird und was kommt… irgendwas wird kommen.
Achja. Magisterarbeit is wech. Aber das wusstest ihr wahrscheinlich eh schon alle. ;-)
… habe ich ärgerlicher Weise folgende Vorsätze aus 2008 nicht umgesetzt: ein Seminar besuchen in dem ich niemals mich, sondern in jeder Sitzung Goethe oder Kafka auf die Anwesenheitsliste schreibe. Das Meer sehen. Mindestens einer fremden Person sagen, wie wunderschön ich sie finde.
… habe ich nicht alles gewaschen, gespült und geputzt vor Heilig Abend, was stellvertretend dafür steht, dass ich mich von einigen selbstauferlegten Zwängen befreit habe.
… habe ich einen Teil von mir abgelegt, von dem ich dachte, ich könnte nicht ohne ihn leben. Ich habe gekämpft, gestrampelt, geweint um ihn festzuhalten. Bin immer und immer wieder viele Schritte zurückgegangen, aus Angst vor dem Neuen. Dieses Jahr war ein Befreiungskampf, der mich mehr Kraft gekostet hat, als ich mir je vorstellen konnte. Aber ich habe ihn gewonnen.
… war ich mutig: Ich habe meine Garagenmiete eingefordert, habe einen mir aufgeschwatzten Handyvertrag storniert, habe Versicherungsunterlagen geregelt, meinen Job gekündigt und Prioritäten gesetzt, aufgehört ausschließlich Schwarz zu tragen. Ich war alleine in Berlin und habe auf der Party meines Lebens getanzt, ich habe in Berlin gearbeitet. Ich habe mich neu verliebt. Habe neue Sachen entdeckt, neue Interessen gewonnen und nach Jahren wieder neue Freunde dazu gewonnen.
… war ich feige: Und habe mir immernoch kein Tattoo stechen lassen, die Haare nicht rot gefärbt, nicht neu gelockt und ich trage auch immernoch keine Microdermals.
… habe ich gelernt, dass es gar nicht so schwer ist, “ich liebe dich” zu sagen und es auch so zu meinen. Überhaupt habe ich gelernt, dass die emotionalen und sachlichen Dinge einfacher sind und sein können, als ich es mir ausmale. Ich habe auch gelernt, meinem Verstand und meiner Intuition (die ich wesentlich öfter benutze) zu vertrauen.
… war der Anfang vom Ende: Ich schreibe Magisterarbeit, bin zur Prüfung angemeldet und habe damit das Ende meines Studiums eingeläutet.
… habe ich etwas entdeckt: Orientalischer Tanz ist der Sport, den ich machen möchte. Die Suche hat ein Ende.
… entstand ein Plan: In 2 Jahren ein Solo tanzen.
… sind viele Steine ins Rollen geraten. Große große Umbrüche und Veränderungen sind angelaufen, die mehr als ein Jahr zur Umsetzung brauchen. 2009 war gefühlt das Vorbereitungsjahr für 2010. Mein Studium wird enden und das wird viele gravierende Entscheidungen mit sich bringen, die alle mit einander verbunden sein werden. Arbeiten? Wo? Wo und wie wohnen? Sparen? Wie wieviel? Reisen? Around the World? Alleine? Was ist mit dem Jahr in Wien?
… bin ich ein Stück erwachsener, ruhiger und fester geworden. Und kann sagen: Ich gehe glücklich aus 2009. Herzlich Willkommen 2010.