… liegen leider oft Welten. Besonders frustrierend ist das, wenn man meint, es stünde doch ganz in der eigenen Macht, diese Zustände einander anzugleichen. Nachdem die Happy Christmas Oriental Show wirklich ein Rausch von Musik, Glitzer, Tanz und Gefühlen war, war das erste Training danach umso ernüchternder. Nichts ging so, wie es sollte, meine Arme und Beine setzen einfach nicht das um, was in meinem Kopf ist. Und ich kann mich schwer bis gar nicht damit abfinden, dass es noch ein langer, langer Weg ist bis zum ersten Solo und ein noch längerer bis dahin, wo ich irgendwann mal sein möchte.
Vielleicht bin ich zu ergeizig? Vielleicht verbissen? Zu sehr auf Erfolg getrimmt, was natürlich nur Schuld dieser bösen Leistungsgesellschaft ist, in der wir leben? Ich will alles gut machen, also eigentlich perfekt machen, und schreibe an einer Arbeit von der jede einzelne der 80 Seiten wichtiger ist als alle Seiten aller Hausarbeiten zusammen. Ich glaube, mich davon noch verhältnismäßig wenig stressen zu lassen, aber wer weiß, wahrscheinlich rührt daher dieser Umschwung von Tanzlust in Tanzfrust. Ich will jetzt, sofort, alles haben, alles können, alles machen.
Machen wir es kurz: Ich schwöre dem Vegetarismus hiermit offiziell ab.
Die in letzter Zeit zum Regelfall gewordene Lust auf Fleisch hat mich regelmäßig in die Hände menschenverachtender Fastfoodketten getrieben. Das ist weder moralisch tragbar, noch gesund, noch preiswert.
Um nicht in einem ständigen “Ich würde aber so gerne” zu leben und mir ständig “ausnahmsweise” einen Scheiß einzuverleiben habe ich beschlossen, bis zur Fastenzeit meinen Fleischverzicht meinem Über-Ich als rein freiwillig klarzumachen. Danach werden die Karten neu gemischt. Das heißt nicht, dass ich jetzt nur noch Schnitzel und Salami esse. Das heißt, dass ich beim Essen gehen und Pizza bestellen nicht mehr auf Fleisch verzichten will. Tofu kommt weiterhin auf den Tisch, ich werde weiterhin belegte Brötchen mit Käse statt Schinken kaufen und mir sicher niemals ein Steak braten. (Wobei… hm. :-D )
Die letzten Wochen der “Fleischeslust” nehm ich einfach mal als Zeichen meines Körpers für einen gesteigerten Bedarf und so sei es dann eben. Ich mache Magister, ich habe anderes zu tun als mein Essverhalten über zu regulieren. Lieber Hühnchen zum Mittag als ne Tafel Schokolade zur Kompensation, oder so.
Ja, das ist wirklich alles, über das ich grade bloggen kann. Twitter tötet Blogs! Datenschutz tötet virtuelle Fotoalben! Das ist doch alles langweilig. Und ich brauche ein Tagebuch um all das aufzuschreiben, was nicht öffentlich sein soll, aber gesagt werden muss. Aber wie das immer so ist mit den Tagebüchern und der Motivation.
Es ist mal wieder Zeit resümierend auf die letzte Woche zu schauen, denn sie war die erste, die ich tatsächlich voll und ganz in meinem neuen Lebensrhythmus verbracht habe. Sprich, Magisterarbeit als hauptsächliche Tätigkeit. Leicht fällt mir das ganze noch nicht. Im Moment lese ich einfach und notiere / fasse zusammen was mir dabei Nützliches unterkommt. Aber das habe ich maßlos unterschätzt… wenn man mal 5 Tage am Stück über Forschung hängt wird man in 2 Richtungen verdrießlich. Einerseits ärgert einen, was 1970 noch als Forschungsmeinung veröffentlicht werden durfte (das würde einem heute im 1. Semester mit einem dicken FAIL zurückgegeben), andererseits sind Texte von 2000 genau so schlimm, die ihre Qualität und die Qualität ihres Inhalts durch absolute Unverständlichkeit und Fremdwortüberladung signalisieren wollen. Und das es wissenschaftliche Texte mit Ausrufezeicheninflation gibt, hätte ich auch nicht gedacht!
Wenn man nur eine Hausarbeit schreibt, kann man dem einfach entgehen, indem man einen Tag Pause macht oder auch zwei oder drei, oder woanders weiter macht. Geht jetzt nicht mehr. Folglich war diese erste Woche härtere Kost als ich dachte und ich hoffe auf Besserung.
Tanztechnisch gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Aus der viel zu vollen Montagsgruppe konnte ich in die 5-Leute-Mittwochsgruppe wechseln. Da fühle ich mich irgendwie wohler, man lernt mehr und die Unterrichtseinheiten sind nicht nur wie Montags 60, sondern 90 Minuten lang. Langsam wird das echt zum Sport! Und nächste Woche fängt der Tribalkurs an der Uni an - ich bin sooo gespannt. Anfang Dezember werden wir mit der Bauchtanzgruppe auch auftreten! Waaaah! Das weckt Traumata aus Kindertagen, Tanzschritte beim Auftritt vergessen ist der Horror… Natürlich muss ich der Bescheidenheit halber sagen: “Oh nein, auftreten, das will ich aber nicht *verlegen kicher*” aber ehrlich gesagt freu ich mich total drauf und werd mich vorher totüben, damit es *nicht* zu einem neuen Trauma kommt. Außerdem werden viele andere Tänzerinnen da sein und das Ganze wird eine große Sause mit viel Spaß.
Unter anderem wird Namjira da sein und tanzen, die ich letztes Wochenende auch in Berlin besucht habe (nach meinem Messeeinsatz auf der YOU) (in ihrer genialen Wohnung) (mitten im Kiez) (in einer glasklaren Herbstnacht). Friedrichshain at it’s best würde ich sagen… halblegale Clubs in ausgedienten Fabrikhallen in obskuren Hinterhöfen in fußläufiger Nähe gibts wohl nur in Berlin… und das sorgt für ne Menge Spaß! Also falls ihr es lesen solltet, liebe L. und lieber F., vielen Dank für die Gastfreundschaft und den schönen Abend, nochmal! :-)
Für mich heißt es heute noch etwas aus der Woche nacharbeiten und dann weiter weiter, 4 Monate sind nicht sooo lang…
Zum Abschluss noch mein momentanes Lieblingslied, “The Lantern” von “Beats Antique”. Und auch noch wundervoll getanzt: